MyDog DNA. Was ist das nun wieder?

Heute gibt es mal einen trockenen, theoretischen Beitrag: MyDogDNA. Was ist das nun wieder?

Die Wissenschaft bezüglich der Hundezucht entwickelt sich rasant und zwischenzeitlich ist es ihr gelungen, anhand von einem DNA-Screening genetische Gesundheitsrisiken vorherzusagen bzw. Erbkrankheitsträger zu erkennen. Bei dem genetischen Screening handelt es sich um ein neuartiges Testverfahren, das unzählige Informationen über vererbte körperliche Merkmale (Fellfarbe, Fellbeschaffenheit,…), aber auch über potentielle Erbkrankheiten liefert. U.a. bezüglich Augen-, Blut-, Haut- oder Nierenerkrankungen oder Erkrankungen, die immunologisch oder neurologisch bedingt sind. Über 180 Genorte werden in dem Screening „abgefragt“.

Einige genetisch bedingte Erkrankungen betreffen vermeintlich nur einzelne Rassen, andere wiederum sind rasseübergreifend. Viele genetische Erkrankungen oder Merkmale, die von Wissenschaftlern identifiziert und erforscht wurden, werden häufig deswegen als „rassespezifisch“ angegeben, weil sich die Untersuchungen der Forscher meist auf ein oder zwei Rassen beschränkten. Mit dem DNA-Screening hingegen, werden die gleichen Erkrankungen in den unterschiedlichsten Rassen für jeden Hund individuell ermittelt. Auch wenn einzelne Erkrankungen bis dato in einer bestimmten Rasse als nicht „relevant“ angesehen wurden, können sie Information über potentielle Risiken liefern.

Für unsere Whippets gibt es bislang nur wenige als „rassetypisch“ bezeichnete Erkrankungen, die erkannt wurden.  Als Beispiel sei die Myostatin-Mutation genannt, die bei Whippets aus Leistungslinien nachgewiesen worden ist. Ein Gen-Test wurde entwickelt und ist zwischenzeitlich für alle Whippets im DWZRV, die in die Zucht gehen sollen, verpflichtend. Ausschließlich Myostatin-Träger-freie Hunde (im Test gekennzeichnet mit T/T) dürfen in die Zucht.

Bei MyDogDNA geht es aber nicht nur um das Erkennen genetisch bedingter Krankheiten, sondern auch um die genetische Diversion (Heterozygotie) des getesteten Hundes. Die „Genetische Diversität“ drückt aus, für wie viele Gene der Hund unterschiedliche Erbinformationen auf beiden Chromosomen trägt. Eine geringe Diversität könnte das Auftreten von Allergien und Autoimmunerkrankungen erhöhen.  Dieser ermittelte Wert wird ins Verhältnis zur Gesamtpopulation gesetzt. Der „Genetic Health Index“ beschreibt also das relative Gesundheitsniveau des Genoms des Hundes in Bezug auf die anderen getesteten Hunde in der Datenbank, unter Berücksichtigung sowohl der Testergebnisse als auch der gemessenen genetischen Vielfalt. Der Meridian-Wert bei der weltweit getesteten Whippetpopulation liegt zur Zeit bei 31,3 %. Dieser Wert wird sich in Zukunft sicherlich noch verschieben, denn tagtäglich werden neue Werte in die Datenbank eingepflegt. Die 31,3 % erhalten den Wert 100.

Ich habe Juli rein aus Neugierde testen lassen. Sie liegt mit einem Wert von 27,6 % (94) etwas unter diesem Meridian-Wert. Das ist nicht schlimm oder gar krankhaft, sondern total normal und bedeutet, dass sie auf einigen Allelen, die sie von Vater und Mutter erhalten hat, homozygot ist.

Insgesamt wurden über 180 Genorte im Screening auf Mutationen abgesucht, mit dem Ergebnis, dass bei Juli keine Gesundheitsrisiken gefunden wurden. 🙂

Dieses Ergebnis bedeutet jedoch nicht, dass Juli niemals an den o.g. Krankheiten erkranken kann, sondern ist zunächst einmal ein „Breeders Tool“ für die Zukunft. Man darf auf die Entwicklung der Forschung weiter gespannt sein und hoffen, dass mehr Daten zu Forschungszwecken zur Verfügung gestellt werden.

 

 

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